Kapitel 6: Einbruch - Vergewaltigung - Mord

6. Einbruch – Vergewaltigung – Mord


Tja, da war ich wieder im Norden. Auf „meinem Berg“ und genoss die Aussicht von Puerto Plata bis Cabarete.
Die Arbeit in der Playa Dorada lief nicht mehr wie gewohnt. Wie kann man etwas verkaufen, Leute glücklich stimmen wenn man selber nicht im Reinen ist?


Ich hatte es mir zur Angewohnheit gemacht mir mein Feierabendbierchen in Sosua zu gönnen. Jeden Abend Canasta spielen ist auch nicht das einzig Wahre und TV gab es auch nicht. Also lieber die Bar in Sosua, meine kleine private „Live-Comedy-Show“ erleben.
Es gibt aber auch Tage, da will man / kann man nicht viel trinken, ist nicht in Stimmung. So kam es, dass ich mich früher als gewohnt nach Hause begab.


Kurz vor 20 Uhr (und es war schon dunkel) kam ich nach Hause. Komisch, da brennt ja Licht im Haus?! Das Einfahrttor befand sich ca. 15m vom Hauseingang. Tor öffnen, vors Haus fahren. Dem Licht schenkte ich nach kurzem Schreck keine Bedeutung mehr zu. Hatte sicherlich morgens vergessen das Licht auszuschalten. Denn morgens war es auch noch diesig und trübe. Doch als ich aus dem Auto stieg und das Tor schließen wollte, da ging plötzlich das Licht im Haus aus. Aha, Stromausfall, wie passend. Gerade zu Hause und Strom weg. (zu dem Zeitpunkt war gerade der Inversor kaputt und der Vermieter versprach Abhilfe. Doch hier dauert alles seine Zeit. Und in dieser Zeit hatte ich keinen Notstrom!). Doch auf dem Weg zum Tor fiel mir auf: Straßenlaterne brennt aber! Im gleichen Augenblick hörte ich Geräusche aus dem Haus. Es wurde mir kalt und heiß zugleich. Ab ins Auto, Rückwärtsgang und retour auf die Straße. Griff zum Handy. Polizeiwache anrufen. Hallo?!! Ja hier oben in XYZ ist ein Einbruch. Ja, genau, das letzte Haus. Dann den Nachbarn anrufen. Du! Komm schnell rüber mit Hunden und dem Gewehr! (Mein Nachbar hatte sich für den Fall der Fälle eine PUMPGUN besorgt. Mit dieser wurde auch manchmal nachts geschossen. Nur so, damit die kleinen Buschstreuner wissen: da oben auf den Berg, da geh mal besser nicht hin.
Mein Nachbar brauchte ca. 15 min. Dann war er da sowie ein Freund. 2 Hunde und eine Pumpgun. Wie der Fuchs vor dem Kaninchenbau standen wir vor dem Haus. Es war nichts zu hören. Nichts zu sehen. 2o min waren vergangen. Nochmal die Polizei anrufen! Die müssten doch längst hier sein!! Die Gemeinschaft der Anwohner auf dem Berg hatte nämlich der Polizeiwache in Sosua eine Enduro geschenkt. Damit man im Falle des Falles auch mal auf dem Berg Patrouille fährt und im Notfall auch kommen kann. Doch leider wurde das Moped missbraucht. Flanierfahrten auf der Pedro Clisante waren wichtiger. Eindruck machen. Und wenn der Tank leer war, dann stand das Motorrad. Zu dumm, die Anwohner haben keine Kundenkarte hinterlegt an der Bomba (Tankstelle) damit die Polizei auch auf Rechnung der Anwohner tanken kann. Der Anruf verlief wie der erste. Ja, wir kommen.


Mittlerweile wurden wir ungeduldig. Ich fuhr mit dem Auto wieder näher ans Haus, Licht voll aufgeblendet. Vielleicht sieht man was? Nichts. 45 min. waren vergangen. Nochmal die Polizei anrufen, ob wir sie holen sollen? Jaja, wir sind doch unterwegs! Na endlich! Sie kommen. Doch es kam keiner am Berg an. Nach einer Stunde wurden wir müde. Es muss doch mal nachgeschaut werden! Mit Taschenlampe näherten wir uns von der Terrassenseite. Da sahen wir: Vergitterungstür aufgebrochen. Aha. Aber sonst nichts zu sehen. Doch in das Haus trauten wir uns auch nicht. Also noch mal Polizei anrufen. Und endlich. Wenn einer so penetrant anruft, dann muss man wohl mal nach dem rechten schaun. Nur 1,5 Stunden später hörten wir das Moped knatternd herankommen. Die beiden Polizisten gingen mit gezogener Waffe voran. Nichts. Im Wohnzimmer und Büro leichte Unordnung. Am Eingang lag eine Reisetasche bereit. Daneben eine Colaflasche , trockenes Brot aus der Küche, Schuhcreme, ein paar Kleinigkeiten. Es fehlte eine Goldkette die ich auf einem Beistelltisch hatte liegen lassen und ein kleiner Becher mit Kleingeld. (Der Canasta-Spieleinsatz). Die Polizisten jedoch fanden das Haus faszinierend. So viele Räume. So viele schöne Sachen. Das muss man doch mal inspizieren. Man muss doch feststellen wo die Täter überall waren. Zur Zeit waren die schon mal weg. Über alle Berge sozusagen. In der Dunkelheit über den Abhang entflohen.
Anhand des Diebesgutes was sie zurückließen konnte man eindeutig sagen: das waren Kinder, vermutlich Haitianer. Diese Familien wohnen nämlich überall hier in Hütten im Busch. Weit weg von den Dominikanern im Ort die sie immer beschimpfen. Hier oben haben sie ihre Behausungen und tagsüber arbeiten sie irgendwo als Gärtner.


Aber wer sonst klaut Brötchen, Cola und Schuhcreme – wenn nicht ein kleiner armer Haitianerjunge? Sie hatten die Vergitterungstüre aufgebrochen, genauer ein Schloß und eine Kette. Die Polizisten wollten aber eine Rundführung. Fasziniert waren sie vom Nebentrakt. Mein Schlafzimmer mit Ankleideraum, kleiner Büronische und dem riesigen Badezimmer.
Besonderen Gefallen fanden sie an Dingen die sie noch nie gesehen hatten. Einem Gummiknüppel von der deutschen Polizei, einem Kugelschreiber der so lang war weil er auch als Teleskopzeigestock diente. Der Kameraausrüstung. 2 Videokameras, 2 Spiegelreflex, eine Digitalkamera. Na ja, war mein Hobby. Ein toller Laptop. Alles wurde gesichtet, dann verschwand man. Ich stand mit meinem Nachbarn allein da. Wir tranken uns einen an diesem Abend. Auf den Schreck und doch glücklich, dass der Einbruch nur so kleinen Schaden hinterließ.


Die Vermieterin reagierte verängstigter als ich es war. Und nun kam auch heraus, warum sie das Haus so günstig vermieteten. Es stand zum Verkauf. Und sie selber wurden 2x dort oben überfallen. Und beim letzten Mal, mit Machete am Hals, das war doch zuviel. Na ja, nun wusste ich es. Aber sie ließe die Türe sofort reparieren damit ich meine Sicherheit wieder habe. Na danke. Ich fühle mich geborgen. Doch irgendwie war ich nicht sonderlich mitgenommen. Ich hatte ja nur einen Einbruch zu melden, keinen Überfall. Und es fehlte kaum etwas. Doch das änderte sich nur wenige Tage später.


Es war ein Samstagmorgen. Wir (also mein Nachbar und ich) wollten grillen. Er kam vorbei und bot mir an, zusammen mit ihm in die Stadt zu fahren. Gemeinsamer Einkauf. Es war das erste Mal !!! dass ich ohne mein Auto den Berg verließ! Wir fuhren also nach Sosua. Wir waren eine Stunde später zurück. Wenn Männer einkaufen geht es ja bekanntlich schneller. Mein Nachbar wollte mir helfen die Tüten ins Haus zu tragen. Wir waren sehr erstaunt. Als wir wieder über den Gartenweg zum Haus gingen. Dies war der einfachere Weg, denn die Haustür war durch zwei Schlösser gesichert plus Sicherheitstüre mit zwei Schlössern.
Hinten rum waren es nur 2 Schlüssel. (man gewöhnt sich übrigens hier daran wie ein Schließer aus dem Knast mit dickem Schlüsselbund herumzulaufen) Die Türe wieder aufgebrochen. Und die Tür zum Nebentrakt ebenfalls. Inklusive Holzzarge hatte man mit äußerster Gewalt die Türe aufgebrochen. Das Schlafzimmer war ein Kriegsplatz geworden.
Kopfkissen aufgeschlitzt, Matratzen umgekippt. Schränke ausgewühlt. Und klar, es fehlte alles. Die Kameras, der Laptop, der Schmuck (darunter Erinnerungsstücke vom Großvater), der Gummiknüppel und ja auch der kleine Kugelschreiber. Ich fuhr sofort zur Polizeiwache hinunter. In Rekordzeit von nur 8 min. Ich glaube, der Rekord gilt noch heute. Auf der Polizeiwache gab man mir zwei Polizisten mit. Oben angekommen gab es nur eine kurze Inspektion, kein sonderliches Interesse wie beim ersten Einbruch. Nun war ja auch nichts mehr zu holen. Also durfte ich die Herren wieder hinunterfahren. Auf dem Weg nach unten hieß mich der Polizist anzuhalten, wir hatten gerade einen Toyota Corolla überholt. Der Polizist unterhielt sich kurz mit dem Fahrer. Todo bien, vamos. Ich sagte ihm, dieses Auto kenne ich nicht und wer der Mann sei. Man kenne hier oben seine Nachbarn. Ach hieß es, das war Zivilpolizei, wir fahren ja hier oben Streife. Aber der hat auch nichts gesehen. Heute bin ich festen Glaubens, dieser Wagen hatte im Kofferraum das Diebesgut. Wie verwunderlich. Mein Auto stand vor dem Haus. Bis zu diesem Tage immer auch die Garantie dafür, dass ich zu Hause war. Nur diesmal nicht, deshalb traute man sich wohl rein (oder ich entkam mit Glück einem Überfall). Die Polizei zeigte keinerlei Interesse an Aufklärung, auch eine hohe Belohnung half nicht. Und rückblickend kann ich nur sagen: die einzigen Leute, die bis zu diesem Zeitpunkt in dem Schlafzimmer waren, waren Polizisten und Vermieter. Wer aber über die Begebenheiten Bescheid wusste, das war nur die Polizei. Sie hatte nur eine Woche vorher genau alles recherchiert. Und wieso fährt kurz nach dem Einbruch ein ziviler Polizeiwagen oben im Gelände? Sonst gab es nie Patrouillen.


Nun hatte ich also innerhalb kurzer Zeit zwei Einbrüche erlebt, überlebt. Schaden sehr hoch, doch vielleicht war es das nun. Zumindest sollte sich herumsprechen, dass in diesem Haus nicht mehr viel zu holen ist. Und der Nachbar hatte ebenfalls seinen Einbruch schon überstanden. Seine Lösung: Hunde anschaffen. Noch mehr Hunde. Insgesamt waren es nun 5 Hunde. Ich hatte auch bald einen Hund, der jedoch noch ein Welpe. Wird mal ein großer Bewacher. Doch der karibische Traum war vorbei. Jede Nacht ein Alptraum. So allein auf dem Berg hatte die ganze Umgebung nichts Romantisches mehr. Vor allem aber: wenn kleine Palmwedel oder Äste im Schein der Straßenlaterne am Fenster als Schatten erschienen, dann gab es jedes Mal eine Quadratmeter Gänsehaut. Wie ein Eisschauer geht es einem den Rücken runter, wer huschte da am Fenster vorbei? Was war das eben? Die Ruhe war vorbei. Nachts lauscht man nach jedem ungewöhnlichen Geräusch.


Nebenbei sei kurz erwähnt: Hoch oben am Berg starb ca. ein Jahr vorher ein Schweizer. Gutes Background, reiche Unternehmerfamilie. Er hatte den Fehler gemacht und wollte aus seinem Haus Einbrecher erschrecken mit einer Schreckschusspistole. Es endete tödlich, denn die herannahenden Einbrecher waren auch bewaffnet, allerdings mit richtigen Waffen, keinem Spielzeug. Seit diesem Mord (der nie aufgeklärt wurde) war Ruhe auf diesem Berg. Anders die Bereiche La Mulata 1-5. Dort hörte man immer wieder von Einrüchen, Überfällen und auch schweren Angriffen auf die Bewohner. Tote gab es auch hier, erst letztlich kam ein Resident dort nur knapp mit dem Leben davon. Das ältere Ehepaar hatte ein Haus erworben, Vorbesitzer ermordet. Na ja, laut Statistik sterben wohl nicht in ein und demselben Haus mehrere Menschen durch Mord. Hier wäre es fast anders gewesen. Die Einbrecher wollten mit Gewalt wissen, wo was zu finden sei. Das Messer am Handgelenk des Eigentümers schnitt immer tiefer ins Fleisch. Doch irgendwie sagte er nichts. Der Eigentümer. Und dann war die Pulsader angeritzt. Die Einbrecher flüchteten, die Frau konnte noch gerade eben ihren Mann in ein Hospital schleppen und retten. Diese Leute haben die Insel sofort verlassen. Kamen nie wieder.


Tja, ich komme von der Arbeit, wieder zum Feierabendbier nach Sosua. Kaum an der Theke kommt schon jemand: he, haste gehört? Da hat es letzte Nacht nen Toten gegeben bei Euch auf dem Berg. Meine Reaktion noch relaxt. Man stumpft ab. Da ist einer umgebracht worden? Na ja, hat er wohl Pech gehabt. Außerdem, wenn da in der Nacht einer getötet worden wäre, das hätte ich doch etwas  „gehört“. Doch dann kommt ein Nachbar vom Berg, ca. 1,2 km weiter wohnend. Ob ich gehört hätte? Der Nachbar sei überfallen worden. Ein Nachbar kam zur Hilfe. Wurde erschossen, die Frauen vergewaltigt. Seien zurzeit in Behandlung. Also nun wurde mir schlagartig mulmig. Und dann bekam ich ausführlich berichtet: 3 Dominikaner, bewaffnet mit Pistolen und Pumpgun (die aus einem Überfall einen Abend zuvor stammte). Man hatte hinter der Mauer auf den Besitzer gewartet. Der kam gegen 10 Uhr mit den Hunden zum Auslauf. Jedoch alle Hunde ohne Ausbildung, sie liefen weg als ihnen Steine um die Ohren flogen. Der einzig scharfe Hund war an der Kette. Der Mann hatte sofort die Pumpgun am Kopf, rief aber dennoch der Frau zu: Hilfe, Einbrecher! Diese rief per Walkie Talkie Nachbarn zur Hilfe. (Wir hatten alle CB-Funkgeräte im Haus, für den Fall der Fälle, doch ich war ja schon in Puerto Plata zur Arbeit).
Der Nachbar reagierte ganz anders als verabredet war. Nachdem wir ja aus Erfahrung aus meinem Einbruch wussten: Polizei kommt nicht! war folgende Vereinbarung getroffen: Sofort zur Polizei fahren und Hilfe holen. Doch im Fall der Fälle reagiert man anders. Er rief seine Frau, zwei haitianische Gärtner, seinen Schäferhund. Samt Machete ging es los. Mit Gehupe wollte er wohl Einbrecher verjagen. Stieg aus dem Auto aus, alle anderen Personen auch. Mit der Machete in der Hand rief dann der Helfer noch: POLICIA; POLICIA. Tja, und da kamen die Einbrecher zum Vorschein. Riefen den Ankömmlingen zu sie sollen sich sofort hinlegen. Die Haitianer verstanden, lagen sofort flach in der Wiese. Die Ehefrau schaute verschreckt und folgte umgehend dem Beispiel der Haitianer. Doch der arme Held verstand kein Spanisch. Mit erhobenem Arm stand er da… und der Schuss der Pumpgun zerfetzte Bauch und Brust. Laut Beschreibung meiner Nachbarn war er sofort tot. Die Dominikaner aber hatten die Ruhe weg. Wie schön, noch ne Gringa. Alle drei mal eben rüber über die Frauen. Wie fühlt sich eine frische Witwe, wenn sie gleich im Anschluss 3x vergewaltigt wird?
Nach diesen Nachrichten war ich am Ende. Ich traute mich keinen Meter hoch zum Berg. Wer weiß, wer da oben noch rumrennt mit Waffen? Die Polizei hatte nur eine Ortsbesichtigung gemacht, der Tote wurde abtransportiert. Die Überfallenen waren im Hotel. Ich schlief diese Nacht im Auto, in den Strassen zu Sosua´s. Am nächsten Morgen dem Chef erklärt ich sei auf Haussuche. Dringendst. Ich fand ein Apartment und holte die nötigsten Sachen aus dem Haus.
Die Polizei war nun täglich oben zur Bewachung der leeren Häuser. Im Umkreis von mehr als 3km war kein Haus mehr bewohnt. Das äußerst brutale Vorgehen hatte jeden geschockt.


Über die Träume meiner Nachbarn und des Toten will ich nicht viel schreiben. Die Träume waren ausgeträumt. Die Witwe ließ das Haus stehen und ging nach Deutschland. Das überfallene Paar ging ebenfalls von der Insel. Die Frau sagte mal: ich kann nicht mehr. In jedem Gesicht eines Dominikaners sehe ich die Fratzen der Vergewaltiger. Ein Schaden, der sie ein Leben lang begleiten wird.
Und auch ich wusste nun: die Traumlage, die Traumaussicht, der tolle Wohnkomfort, alles ohne Wert. Was hier wichtig ist, ist Sicherheit. Und dies wird ein separates Thema, denn sie gibt es nicht. Und die Schwelle der Gewalt ist sehr niedrig, ein Menschenleben ist hier NICHTS wert. Nur wenn man das begreift, kann man nachher meine Reaktionen und Äußerungen verstehen.


Würde ich hier alle Überfälle aufzählen die hier in und um Sosua oder Cabarete geschehen, in Las Terenas oder Boca Chica, oder gar Punta Cana, dann heißt es: ach, der sucht nur nach dem Negativen.
Aber wenn andere Residenten ihre Eindrücke hier kurz einbringen, dann sieht man: es ist KEIN EINZELNER der hier was bemängelt.

Wenn ich an den Überfall denke, wo man die Frau mit einem Bügeleisen solange verbrannte, bis der Mann mit einem der Einbrecher an den Bankautomaten ging und Geld vom Automaten holte (es war Sonntag-also eine Abhebung einer größeren Summe am Schalter nicht möglich!). Wie gesagt, die Gewalt kennt hier keine Hemmungen. Und die Polizei ist nicht interessiert zu ermitteln. UND: es wird kaum berichtet. Die zurzeit stark ansteigenden Überfälle vornehmlich in Städten wird gern unterdrückt. Nach dem Motto: wenn man nichts hört, dann passiert auch nichts.


Der Überfall auf ein Schweizer Paar: es wurde nicht gefragt, es wurde erst geschlagen. Mit Golfschlägern wurde der Arm der Frau bearbeitet: 4 facher Bruch. Der Mann bekam den Schläger zweimal auf den Schädel. Unterkieferbruch. Wenn man dann noch oft seine Anzeige bei der Polizei mit Gebühren bezahlen darf - wohl wissend es passiert nichts - dann kommt Freude auf.


Kleiner Nachtrag zu dem Mordfall oben auf dem Berg: Hier hatte sich kurz die Deutsche Botschaft gemeldet. Es gab große Aufruhr und die Polizei fing an zu ermitteln. Die Pumpgun war tags zuvor in La Mulata bei einem Überfall entwendet worden. Einer der Täter hatte eine Baseballkappe auf, die er am nächsten Tag oben auf dem Berg vergaß. Die Polizei hatte einen Ansatzpunkt. Insgesamt kam man an eine Einbrechergruppe im 2stelligen Bereich. Die Teilnehmer kamen von El Tablon bis aus Gaspar Hernandez.
Und das Unfassbare: Die Überfallenen und Geschädigten sollen als Hauptkläger auftreten. Nicht der Staatsanwalt! Und es ist hinlänglich bekannt: wer als Gringo hier Dominikaner langjährig in den Knast bringt (und somit den Ernährer einer Familie unschädlich macht), der hat eines in Kauf zu nehmen: die FAMILIE wird Druck ausüben auf den Geschädigten,
bis hin zu Morddrohungen. Denn im Knast muss die Familie für den Inhaftierten aufkommen (Essen/Trinken/etc). Also weitere Kosten. Wer hat Schuld an dieser Misere? Der Gringo, also nimmt man sich diesen vor. Damit der nicht als Kläger auftritt. So auch in diesem Fall. Irgendwie schlief der Fall ein, Einbruch ja, aber wer der Mörder war wurde nie herausgefunden... Wer so hart mit dem Unrecht konfrontiert wird, merkt, dass er absolut keinen Schutz und keine Hilfe erfahren wird, der geht.

 

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